Über mich



Hunde souverän führen bedeutet für mich mehr als gutes Hundetraining.
Ich begleite Menschen mit ihren Hunden, weil ich überzeugt bin, dass in der Beziehung zwischen Mensch und Tier etwas liegt, das weit über Training und erlernte Signale hinausgeht.
Etwas, das einfacher sein kann, als wir manchmal denken.
Etwas, das aber auch Mut braucht.
Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Mut, klar zu sein.
Mut, den eigenen Hund wirklich wahrzunehmen.
Und manchmal auch den Mut, nicht sofort nach der nächsten Methode zu suchen.
Mein Weg
Meine eigene Entwicklung begann zunächst ganz klassisch.
Ich habe die Ausbildung zum Hundeerzieher und Verhaltensberater bei der IHK absolviert und anschließend viele Jahre Menschen mit ihren Hunden begleitet. Dabei habe ich mich intensiv mit Lerntheorie, Verhalten und unterschiedlichen Trainingsmethoden beschäftigt.
Ich wollte meinen Kunden eine gute und fachlich fundierte Begleitung bieten.
Also habe ich nach bestem Wissen trainiert: Verhalten analysiert, Übungen aufgebaut, Verstärker gezielt eingesetzt und versucht, möglichst genau herauszuarbeiten, was ein Mensch tun muss, damit sein Hund das gewünschte Verhalten zeigt.
Bei manchen Mensch-Hund-Teams funktionierte das sehr gut.
Bei anderen weniger.
Das hat mich nicht zufrieden gemacht.
Denn wenn eine Methode bei einem Menschen funktioniert und beim nächsten nicht, stellt sich irgendwann die Frage:
Liegt es wirklich an der Methode?
Die Frage hinter der Methode
Ich begann, mich immer intensiver mit unterschiedlichen Trainingsansätzen zu beschäftigen.
Dabei wurde für mich etwas immer deutlicher:
Der gemeinsame Nenner für eine gelingende Mensch-Hund-Beziehung ist nicht die Methode.
Es ist die Haltung des Menschen.
Diese Erkenntnis war für mich zunächst gar nicht so leicht anzunehmen. Denn auch ich war lange davon überzeugt, dass ich noch mehr wissen, noch mehr verstehen und noch mehr Signale vermitteln müsste.
Ich kannte die Lerntheorie.
Ich wusste, wie man Verhalten aufbaut.
Ich wusste, wie man Verstärker sinnvoll einsetzt.
Und trotzdem blieb da eine Frage, die mich nicht mehr losließ:
Warum fühlt sich meine Beziehung zu meinen eigenen Hunden eigentlich anders an als das, was ich meinen Kunden teilweise nach Lehrbuch empfehle?
Was ich mit meinen eigenen Hunden anders machte
Die Antwort lag erstaunlicherweise nicht darin, dass ich mit meinen eigenen Hunden bessere Methoden verwendete.
Im Gegenteil.
Mit meinen eigenen Hunden hatte ich keine Trainingsideologie im Kopf.
Ich dachte nicht ständig darüber nach, welches Signal ich noch trainieren müsste oder welche Methode ich gerade anwende.
Ich war einfach ich selbst.
Ich nahm wahr.
Ich entschied.
Ich setzte Grenzen.
Ich ließ Dinge zu.
Ich vertraute.
Ich übernahm Verantwortung.
Und vor allem: Ich gestaltete unsere Beziehung.
Das bedeutete nicht, dass immer alles harmonisch war oder meine Hunde immer das taten, was ich wollte.
Aber ich hatte einen inneren Kompass.
Ich musste mich nicht von jedem Erfolg und jedem Misserfolg neu ausrichten lassen.
Und genau darin erkannte ich etwas, das ich meinen Kunden viel stärker vermitteln wollte.
Beziehung statt ständiger Optimierung
Irgendwann stand deshalb eine grundsätzliche Entscheidung im Raum:
Möchte ich weiterhin vor allem gute Trainingsmethoden vermitteln – oder möchte ich verstehen, was Menschen dazu befähigt, auch unabhängig von der perfekten Methode gute Beziehungen zu ihren Hunden zu gestalten?
Für mich wurde die Antwort immer klarer.
Ich möchte Menschen nicht zu besseren „Trainingsmaschinen“ machen.
Ich möchte sie ermutigen, Beziehung zu gestalten.
Denn natürlich können Training, Lerntheorie und gutes Handwerk wertvolle Werkzeuge sein.
Aber ein Werkzeug gibt noch keine Richtung vor.
Methode ist Werkzeug. Haltung gibt die Richtung.
Was ich heute unter souveräner Führung verstehe
Für mich bedeutet souveräne Führung nicht, dass dein Hund immer funktioniert.
Und es bedeutet auch nicht, dass du immer weißt, was richtig ist.
Souveränität bedeutet vielmehr, dass du einen inneren Kompass entwickelst.
Du lässt dich nicht von jedem Erfolg davontragen und nicht von jedem Misserfolg verunsichern.
Wenn etwas funktioniert, musst du nicht sofort alles für richtig erklären.
Wenn etwas nicht funktioniert, musst du nicht sofort die nächste Methode suchen.
Du kannst innehalten.
Wahrnehmen.
Entscheiden.
Und handeln.
Ruhig. Klar. Verantwortlich.
Dabei gehören für mich zwei Dinge untrennbar zusammen:
Empathie und Verbindlichkeit.
Deinen Hund verstehen, ohne dich von ihm bestimmen zu lassen.
Grenzen setzen, ohne Beziehung zu verlieren.
Freiheit ermöglichen, ohne Verantwortung abzugeben.
Klar sein, ohne hart zu werden.
Warum mir Hunde dabei so viel zeigen
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum mich die Arbeit mit Hunden so fasziniert.
Ein Hund interessiert sich nicht dafür, welche Theorie wir vertreten.
Er reagiert nicht auf unsere Selbstdarstellung.
Er erlebt uns.
Unsere Körpersprache.
Unsere Stimmung.
Unsere Entscheidungen.
Unsere Klarheit.
Unsere Unsicherheit.
Und damit werden Hunde für uns zu einem unmittelbaren Gegenüber.
Sie zeigen uns oft sehr direkt, wie wir tatsächlich in Beziehung gehen.
Das kann manchmal unbequem sein.
Aber genau darin liegt für mich eine große Chance.
Denn eine Beziehung mit einem Hund lässt sich nicht vollständig aus Büchern, Methoden und Regeln heraus gestalten.
Wir müssen sie leben.
Weniger tun. Das Richtige tun.
Ich glaube deshalb heute nicht mehr daran, dass wir für jede Herausforderung mit unserem Hund noch mehr wissen, noch mehr trainieren oder noch mehr kontrollieren müssen.
Manchmal liegt die Veränderung gerade darin, weniger zu tun – aber das Richtige.
Eine andere Entscheidung.
Eine klarere Grenze.
Mehr Ruhe.
Weniger Handlungsdruck.
Ein besseres Verständnis für den eigenen Hund.
Oder einfach die Bereitschaft, Verantwortung für das zu übernehmen, was zwischen Mensch und Hund entsteht.
Das ist der Weg, den ich mit Hunde souverän führen gehen möchte.
Was ich dir mitgeben möchte
Ich möchte dich nicht davon überzeugen, dass es nur eine richtige Art gibt, mit deinem Hund zu leben.
Und ich möchte dir auch nicht die nächste Trainingsideologie geben.
Ich möchte dir helfen, deine eigene klare Haltung zu entwickeln.
Eine Haltung, die zu dir passt.
Eine Beziehung, in der dein Hund dich verstehen und sich an dir orientieren kann.
Und eine Führung, die nicht aus ständiger Kontrolle entsteht, sondern aus Klarheit, Verbindung, Verantwortung und Selbstführung.
Denn am Ende wünsche ich mir, dass du nicht zu mir sagst:
„Jetzt kenne ich endlich alle richtigen Übungen.“
Sondern:
„Ich hätte nicht gedacht, dass ein paar kleine Veränderungen so einen großen Unterschied machen können.“
Nils Winterfeldt
Hunde souverän führen
Führung beginnt in dir.
